Von Daniel Jaggi, Zürcher
Unterländer Oktober 2002.
Luis
Cahannes gehört zu den wenigen Unterländern auf der Hochjagd.
Auf der Hochjagd pirschen im Herbst rund 5400 Jäger
durch die Bündner Wälder. Unter ihnen auch ein Unterländer.
Luis Cahannes ist
privilegiert. Obwohl er nicht im Kanton Graubünden wohnt, darf der 41-jährige
Opfiker dennoch an der Hochjagd teilnehmen. Er gehört zu den wenigen
Unterländern, die akzeptiert sind.
Doch das ist nicht sein alleiniger Verdienst. Der Unterländer stammt ursprünglich
aus der Surselva und ist der Enkel des berühmten Dardiner Jägers Per
Cahannes. Auch sein Vater, ebenfalls Per Cahannes genannt, ging während 48
Jahren im Bünderland auf die Jagd – 15 Jahre davon mit seinem Sohn Luis.
Den Kontakt zu seinen Verwandten in Brigels hat Luis Cahannes nie verloren.
«Darum kenne ich die einheimischen Jäger gut und habe keine Probleme mit
ihnen.» Doch die Zuneigung hat seinen Preis.
Während die einheimischen Jäger 600 Franken für ihr Patent bezahlten,
musste der Opfiker das Fünffache hinblättern. «Das ist halt so», sagt
Cahannes gelassen.

Jäger wehren sich
Während der dreiwöchigen Hochjagd, die bis am Montag dauerte, wohnte der
Unterländer in seiner Maiensäss-Hütte oberhalb von Brigels. Frühmorgens
ging er jeweils los und jagte, je nach Wetter und Sicht, bis es
eindunkelte.

Doch der Opfiker steht nicht alleine da. Er beteiligt sich aktiv im «Verein
Jagd und Bündnerheimat». Darin haben sich die deutschsprachigen Jäger
zusammengeschlossen, die ausserhalb des Kantons Graubünden wohnen. Ziel
ist es, mehr Einfluss bei der Bündner Patentjagd zu haben. Seite 5
